1. Wie definieren wir digitale Kompetenz?

„Digitale Kompetenz“ ist eine moderne Erweiterung des Begriffs „Medienkompetenz“. Deswegen orientiert sich unser Verständnis der digitalen Kompetenz einerseits an den von Dieter Baacke ausgerufenen Dimensionen Medienkritik und Medienkunde, sowie an den Definitionen des Grundsatzerlasses für Medienerziehung des Bundesministeriums für Bildung und der Europäischen Kommission für Medienkompetenz:

„Medienkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz, die hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Wir brauchen Medienkompetenz, um fundiert zwischen verschiedenen Medien wählen zu können, um Inhalte und Informationen kritisch bewerten zu können und in vielfältigen Medien zu kommunizieren.“ (Bundesministerium für Bildung)

„Media literacy is the ability to access the media, to understand and to critically evaluate different aspects of the media and media contents and to create communications in a variety of contexts.“ (European Commission)

Zum anderen betont „digitale Kompetenz“, dass sich die Medienlandschaft gewandelt hat und digitalen Medien eine immer größere Bedeutung zukommt.

2. Wozu brauchen wir Digitale Kompetenz?

Wir leben in einer Mediengesellschaft. Jeden Tag nutzen wir fast sechs Stunden lang verschiedene Medien. Sie unterhalten und informieren uns. Das Meiste, was wir über die Welt wissen, erfahren wir durch unseren Medienkonsum. Medien kreieren so auch unsere Wirklichkeit. Daher ist es überaus wichtig zu wissen, wie man mit ihnen richtig umgeht. Die Anzahl an Medien ist in den vergangenen Jahren durch das Internet stark angestiegen. Die Fülle an verschiedensten Informationen, die uns zur Verfügung stehen, ist unüberschaubar geworden und wächst täglich. Für die MediennutzerInnen wird die Herausforderung, die relevanten und korrekten Inhalte herauszufiltern, somit immer größer. Da sich die Qualität von Medieninhalten jedoch gerade im Internet stark unterscheidet, ist dies sehr bedeutend.

User können online exzellente Texte lesen, aber sie stoßen auch auf viele Falschinformationen und Verschwörungstheorien. Auf sozialen Netzwerken erscheinen Seiten unterschiedlicher Qualität gleichwertig nebeneinander. Daher müssen die Nutzerinnen und Nutzer selbst fähig sein, die Qualität von Quellen kritisch zu reflektieren und sie hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit zu beurteilen. Auch die Schule muss sich verstärkt dieser Bildungs-Herausforderung stellen.

„Digital Competence stellt in der heutigen Wissensgesellschaft eine der Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen dar …“ (Nationaler Bildungsbericht 2015 des Bifie)

3. Was sind unsere Ziele?

Mit unseren Workshops zur Medienkompetenz werden Heranwachsende auf die Herausforderungen der unübersichtlich gewordenen Medienlandschaft vorbereitet. In erster Linie wollen wir ein kritisches Bewusstsein bei der Bewertung von Medienprodukten schaffen. Die TeilnehmerInnen erlernen in unseren Workshops spielerisch, Medienangebote analytisch und reflektiert zu bewerten. Zudem möchten wir Interesse wecken und kreative Prozesse anstoßen. Die Schülerinnen und Schüler können neue Möglichkeiten der Mediengestaltung selbst anwenden und ihre eigenen Beiträge verbreiten. Auf diese Weise lernen sie zu erkennen, wie Medieninhalte entstehen und wodurch diese beeinflusst werden.

Die konkreten Ziele sind:

  • Erlernen eines Handwerkzeugs zum kritischen Hinterfragen von Medieninhalten – hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit, Intention und Qualität
  • Vermittlung praktischer medialer Arbeitstechniken
  • Transparent machen von Medienproduktionsprozessen – Print, Radio, TV, Online
  • Überblick über die österreichische Medienlandschaft

4. Didaktische Methodik:

Wir sind überzeugt, dass man Medienkompetenz nicht abstrakt erlernen kann. Viel mehr braucht es einen aktiven und handlungsbezogenen Zugang. In unseren Workshops bieten wir den Schülerinnen und Schülern einen spielerischen Einstieg, in dem sie die Gefahren des Internets an konkreten Beispielen nachempfinden können und gleichzeitig lernen mit ihnen umzugehen. In diesem Prozess bieten wir den TeilnehmerInnen die Möglichkeit selbst zu medialen Akteuren zu werden. Dieser Rollenwechsel ermöglicht es ihnen Web-Inhalte aus einer neuen Perspektive zu bewerten und ihre Entstehung nachzuvollziehen. So bekommen Jugendliche das Handwerkszeug für einen kritischen und bewussten Umgang mit Informationen im Internet und machen gleichzeitig die ersten Schritte für eine aktive und kreative Teilhabe an der Medienlandschaft.

5. Zielgruppe und Voraussetzungen:

Die Workshops des Instituts für digitale Kompetenz und Medienbildung richten sich momentan an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Diese müssen keine speziellen Vorkenntnisse mitbringen oder Voraussetzungen erfüllen. Allerdings benötigt mindestens einer von drei SchülerInnen einen Laptop oder ein Tablet.